Moderne Grafik begegnet christlicher Archäologie und Kunst – Sammlungsschätze der Universität Greifswald

Vom 24. Februar bis zum 24. Mai 2016 werden im Foyer der Zentralen Universitätsbibliothek über 60 Originalobjekte der Grafik- und Plakatsammlung des Caspar-David-Friedrich-Instituts sowie der Victor-Schultze-Sammlung der Theologischen Fakultät präsentiert. Bereits zum sechsten Mal wird die Reihe „Wissen sammeln. Die digitalisierten Schätze der Universität Greifswald“ gemeinsam von der Kustodie mit der Universitätsbibliothek veranstaltet. „Die wissenschaftlichen Sammlungen der Universität Greifswald stellen für die universitäre Lehre und Forschung eine wichtige Grundlage dar. Für die zeitgemäße Nutzung und Bereitstellung der Forschungsressourcen fördert die Universitätsleitung seit 2010 die Digitalisierung der Sammlungen“, betont Rektorin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber.

Das Foto gehört zur Medieninformation "Moderne Grafik begegnet christlicher Archäologie und Kunst – Sammlungsschätze der Universität Greifswald". Florian Gantner digitalisierte in den vergangenen 5 Monaten die Victor-Schultze-Sammlung.
Foto: Kilian Dorner

Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name der Bildautorin zu nennen.

Während des Digitalisierungsvorhabens 2015/2016 konnten zwei Studierende ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen. Maria Raeck, Studentin der Museumskunde an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, und Museologie-Student Florian Gantner von der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg haben in den vergangenen drei bzw. fünf Monaten die Greifswalder Kunstobjekte fotografisch dokumentiert, inventarisiert und die Objektdaten digital erfasst. Nach wissenschaftlichen Recherchen wählten sie gemeinsam mit den Leitern der Sammlungen, Prof. Felix Müller und Prof. Dr. Thomas K. Kuhn, über 60 Originalobjekte aus, die in der dreimonatigen Ausstellung zu sehen sind. „Gern stellen wir in der Ausstellung Sammlungen aus verschiedenen Fakultäten bzw. Fachdisziplinen kontrastreich gegenüber, so dass das breite Spektrum unserer Universität sichtbar wird. In diesem Jahr sind es zwei besondere Lehrmittelsammlungen“, sagt Rita Sauer, M.A., Koordinatorin des Digitalisierungsprojektes. „Durch die digitale Erfassung und in Kürze auch Veröffentlichung auf dem Greifswalder Sammlungsportal stehen die Sammlungsobjekte zusätzlich Wissenschaftlern und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.“

Die von dem Greifswalder Ordinarius für Christliche Archäologie und Kirchengeschichte Victor Schultze 1884 gegründete Lehrsammlung umfasst ein breites Spektrum an Lehrmitteln. Dazu zählen Pilgerutensilien der Spät-antike, kostenbare Elfenbeinreliefs, Ikonen und detailgetreue Gipsabgüsse von christlichen Kunstobjekten, einer Gruppe von gotischen Holzskulpturen sowie Meßbilder und eine Fotothek. „Die ausgestellten Objekte der Victor-Schultze-Sammlung zeigen, welche kirchengeschichtlichen, kunsthistorischen und archäologischen Thematiken an Studierende, vor allem der Theologie, vermittelt wurden und wie die Lehre dabei essentiell durch den Einsatz von Repliken, Fotografien und Originalen geprägt war. Heute ist die Sammlung weniger im Gebrauch, da an der Theologischen Fakultät nach Wegfall der entsprechenden Professur keine Christliche Archäologie und Christliche Kunst mehr gelehrt wird“, erklärt Prof. Dr. Thomas K. Kuhn, Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte. „Durch die Digitalisierung ausgewählter Objekte und die Präsentation in der Ausstellung wird die Sammlung partiell zugänglich und rückt wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.“

Florian Gantner, Museologie-Student, hat sich während seines fünfmonatigen Praktikums mit der Victor-Schultze-Sammlung auseinander gesetzt. „Als Fachfremder gab es für mich durch die Einarbeitung in die theologischen Themengebiete der Sammlung viel Neues zu entdecken. Dieser externe Blick spiegelt sich in der Ausstellung wieder, welche nicht rein auf theologischen oder kunstgeschichtlichen Aspekten beruht. Durch das breit vorgestellte Themenspektrum der Sammlung richtet sich die Ausstellung insbesondere auch an alle Studierende und Interessierte. Von Anfang an war ich von den Messbildern der mittelalterlichen Kirchen beeindruckt. Insbesondere, da zu diesen Objektbestand an sich kaum Informationen vorhanden waren und die Recherche zur Herstellung, Distribution und zum Eingang in die Sammlung interessant war.“

Das Foto gehört zur Medieninformation "Moderne Grafik begegnet christlicher Archäologie und Kunst – Sammlungsschätze der Universität Greifswald". Maria Raeck arbeitete 3 Monate mit der Grafik- und Plakatsammlung.
Foto: Kilian Dorner

Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Medieninformation kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name der Bildautorin zu nennen.

Auf christliche Kunst und Archäologie trifft klassisch moderne und zeitgenössische Grafik. Die Grafik- und Plakatsammlung des Caspar-David-Friedrich-Instituts an der Philosophischen Fakultät kann heute schon über 1 000 Werke verzeichnen. „Die Besonderheit dieser Sammlung liegt in der stetigen Reflexion der künstlerischen Zeitgeschichte analog zu den lebhaften Auseinandersetzungen der Lehrenden und Studierenden“, sagt Prof. Felix Müller, Lehrstuhlinhaber für Bildende Kunst/Angewandte Kunst. Derzeit wird unter seiner Leitung die Sammlung mit Arbeiten der vergangenen fünf Jahre erweitert. „Besonders spannend in meinem Praktikum war, dass ich mit jungen Künstlern, deren Objekte in der Sammlung vertreten sind, in Kontakt treten konnte. Dies betraf natürlich vor allem die modernen Grafiken und Plakate“, erzählt Maria Raeck, Studentin der Museumskunde. Sie beschäftigte sich drei Monate lang mit der Grafik- und Plakatsammlung. Die jüngst entstandenen Arbeiten präsentieren das aktuelle Konzept des Lehrstuhls für Bildende und Angewandte Kunst. In der Ausstellung und dem begleitenden Katalog werden Grafiken von namenhaften Künstlern wie Emil Nolde, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz sowie von den norddeutschen Künstlern Oskar Manigk, Armin Münch und Otto Niemeyer-Holstein vorgestellt. Besonders eindrucksvoll sind ausgewählte Jugendstilplakate von Münchner Unternehmen aus der Zeit von 1906 bis 1914. Darunter befindet sich das Werbeplakat von Joseph Engelhardt „Wendelsteinbahn“ mit detailliertem Sommerfahrplan von 1912 für die erste bis dritte Klasse.

Über 20 000 Objekte mit über 40 000 Fotos der Medizin, Kunst, Geistes- und Naturwissenschaft sowie der Theologie wurden seit 2010 im Rahmen eines spartenübergreifenden Projektes zur Digitalisierung der Wissenschaftlichen Sammlungen der Universität Greifswald erfasst. Um die Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung des Greifswalder Digitalisierungsvorhabens zu gewährleisten, hat die Universitätsleitung das Projekt zentral angesiedelt. Die etablierte digitale Infrastruktur im Bereich der Greifswalder Sammlungen wird durch die Kustodie sowie dem Universitätsrechenzentrum stetig ausgebaut. „Die Greifswalder Universität setzt seit dem Aufruf des Wissenschaftsrates von 2011 zur besseren Nutzung der Sammlungen für Forschung und Lehre auf eine einheitliche Digitalisierungsstrategie. Mit dem anwenderfreundlichen Konzept von digiCULT-Verbund eG Kiel von der Datenerfassung vor Ort in den einzelnen Sammlungen bis zur gemeinsamen Datenhaltung und Publikation arbeiten wir seit sechs Jahren deutschlandweit sehr erfolgreich. 15 der 19 Greifswalder Sammlungen nutzen das einheitliche Datenbanksystem und beteiligen sich am digitalen Zugang zum Sammlungsreichtum der Universität Greifswald. Von den digital erfassten über 20 000 Sammlungsobjekten im Intranet sind bislang 10 137 im zentralen Sammlungsportal fachübergreifend von der Anatomie bis zur Zoologie recherchierbar“, sagt Dr. Birgit Dahlenburg, Leiterin des Referats Kustodie an der Universität Greifswald.

Die digitalisierten Objekte werden auf dem Sammlungsportal www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de publiziert. Das gemeinsam mit digiCULT-Verbund eG Kiel und der Verbundzentrale des Gemein-samen Bibliothekverbundes (GBV) entwickelte Portal wird stetig erweitert. Es bietet einen digitalen Zugang zum Sammlungsreichtum aus Medizin, Theologie, Natur- und Geisteswissenschaften der Universität Greifswald für Forschung, Studium und Lehre.

Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog, der im Universitätsladen und in der Kustodie käuflich erworben werden kann.

Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung ist vom 24.02.2016 bis zum 24.05.2016 im Foyer der Zentralen Universitätsbibliothek (Felix-Hausdorff-Straße 10, 17489 Greifswald) von Montag bis Freitag von 08:00 bis 24:00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 09:00 bis 24:00 Uhr geöffnet. Der Besuch ist kostenfrei!

Kontakte an der Universität Greifswald

Dr. Birgit Dahlenburg

Leiterin der Kustodie der Universität Greifswald
Domstraße 11
17489 Greifswald

Telefon 03834 86-3060

 

Rita Sauer, M. A.

Wissenschaftliche Koordinatorin zur Digitalisierung der Wissenschaftlichen Sammlungen
Kustodie der Universität Greifswald
Domstraße 11
17489 Greifswald

Telefon 03834 86-3060

 
Prof. Dr. Thomas K. Kuhn

Lehrstuhl für Kirchengeschichte
der Theologischen Fakultät an der Universität Greifswald
Am Rubenowplatz 2/3
17489 Greifswald

Telefon 03834 86-2518

 

Prof. Felix Müller

Lehrstuhl Bildende Kunst/Angewandte Kunst
Philosophische Fakultät der Universität Greifswald
Bahnhofstraße 50
17489 Greifswald

Telefon 03834 86-3259

Zurück

Das Studium an der EMAU zeichnet sich durch das sehr persönliche Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden aus, was zu einer produktiven Zusammenarbeit führt.

Jan Krause (LA Kunst)

Noch Fragen?

Zentrale Studienberatung: Rubenowstraße 2, 17489 Greifswald | Tel.: 03834 420 1293 | Fax: 03834 420 1255 |